copyright  Tierheilpraxis Petra Schwarz 2018
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Impfungen, Wurmkuren und andere Grausligkeiten - Teil 1 Tja... weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Ich bin gerade mal wieder geschockt! Mir stellt sich immer wieder der Kamm, wenn ich neue Patienten bekomme oder auch in meinem Hufpfleger- oder Reiterumfeld die Sprache aufs Impfen kommt. Ich weiß nicht wirklich, was sich manche Menschen dabei denken, ob da überhaupt gedacht wird??? ... ich komm aus dem Kopfschütteln manchmal gar nicht mehr raus. Da werden alte Tiere, die nicht gerade fit wie ein Turnschuh sind, munter weiter geimpft. Auch Pferde, die Cushing, Kotwasser oder andere chronische Krankheiten haben, immer fleissig rein damit! Am besten noch ne Wurmkur dazu! Influenza alle halbe Jahr, obwohl die Tiere nie den Hof verlassen! Und das Ganze vorzugsweise, wenn sie eh gerade sediert sind, weil die Zähne gemacht werden. Dann geht es ja einfacher und das Tier kann nicht weg zucken oder sich wehren! Neeeeiiinnnnn ...das ist keine zusätzliche Belastung für den Organismus ... und ist Cushing oder Kotwasser überhaupt ne Krankheit? Und der chronische Husten... ach, der ist halt schon lange da! Ich bekomm da echt Ausschlag... Oder Hunde, die eine Jahre lange Leidensgeschichte hinter sich haben, mit Atemwegsproblemen, Darmproblemen oder auch Epilepsie... Krank sind die doch nicht... neeeiiiiinnnn ... das sind doch maximal kleine "Befindlichkeitsstörungen"... und der Tierarzt muss ja auch von irgendwas leben... also rein mit der Impfung, der Wurmkur oder dem Floh- und Zeckenschutz ...  (Vorsicht Sarkasmus bzw. Ironie!!!) Manchmal frag ich mich echt, wofür Beipackzettel gedruckt werden, wenn sie doch keiner liest! Es steht in jedem Beipackzettel (hier Resequin/ Influenzaimpfung beim Pferd) Zitat: "Impfung von kranken und in der Inkubationszeit befindlichen Pferden sowie von Pferden mit starkem Parasitenbefall oder schlechtem Allgemeinzustand sind zu vermeiden"  Zitat ende. ... ist Krankheit nur auf Infekte mit Fieber und Schnupfen begrenzt seit neuestem? Was ist eine chronische Niereninsuffizienz, Cushing, Hufrehe oder auch Epilepsie? Hat ein Organismus, der ein angeschlagenes Immunsystem oder krankes Organ hat, überhaupt noch die Kraft, mit solchen Herausforderungen klar zu kommen?...ich glaube eher nicht! Sicher kann man geteilter Meinung über Impfungen sein. Ich selbst lasse meine eigenen Tiere nicht impfen... ganz bewusst! Ich könnte mit einem Impfschaden bzw. einem Problem, daß aufgrund meiner Entscheidung "Pro Impfen" entstanden ist, weniger gut leben, als mit einer Krankheit, die evtl. kommen könnte wenn man nicht impft. Aber das ist meine persönliche Sache! Sie können und sollten sich Ihre eigene Meinung bilden und so vorgehen, sie Sie es mit sich vereinbaren können... hoffentlich zum Wohle Ihres Tieres! Es spricht meiner Meinung nichts dagegen, ein junges Tier grundimmunisieren zu lassen. Bei Hunden z.B. wären das eine oder auch zwei Impfungen in den ersten 16 Wochen ... Staupe, Parvovirose und gut. Später nach dem Zahnwechsel noch eine Tollwutimpfung, wenn man vorhat das Tier mal mit ins Ausland zu nehmen, und dann reicht es aber auch! Bei Katzen ein bis zweimal Katzenschnupfen und Katzenseuche im Welpenalter und fertig! Es gibt Tierärzte, die impfen auch so und das ist toll! Es werden auch zum Glück immer mehr Tierärzte und auch Tierhalter, die sich intensiv mit dem Thema beschäftigen und nicht alles glauben, was die Pharmaindustrie ihnen vorbetet ... leider aber gibt es aber auch genügend andere. Wie oft sehe ich Impfpässe, in denen Impfungen, die eigentlich lt. Beipackzettel eine dreijährige "Schutzdauer" haben, nur für ein oder auch zwei Jahre eingetragen sind. Da frag ich mich doch, ist das ein Fall von Unwissenheit oder Absicht? Um es mit Berthold Brecht zu sagen:  "Wer die Wahrheit nicht kennt, ist bloß ein Dummkopf, wer sie aber kennt und sie eine Lüge nennt, ist ein Verbrecher" Bei Pferden ist es auch gruselig... wenn man aufs Turnier gehen möchte, dann braucht mal alle 6 Monate!!! eine Influenza Impfung... es ist irre... Dazu muss man wissen, das viele chron. Atemwegsprobleme beim Pferd ihren Beginn in einer Influenza Impfung haben. Danach entwickeln die Tiere oft Husten. Das wird dann in der Regel mit einem Antibiotikum und evtl. Schleimlöser behandelt und ist gerade mal wieder weg wenn die nächste Impfung dran ist. Dieser Kreislauf geht immer so weiter und irgendwann hat man so einen chronischen Huster oder ein Pferd mit COPD (früher sagte man Dämpfigkeit) "produziert". Das ist unter anderem die Erfahrung von einigen ganzheitlich bzw. homöopathisch arbeitenden Tierärzten, die das zum Teil seit Jahrzehnten beobachtet haben und gerne Ihr Wissen auf Kongressen oder in Seminaren weiter geben. Zudem ist die Wirksamkeit der Influenza Impfung lt. einer Studie sehr begrenzt. Lediglich die Krankheitsdauer war in dieser Studie um 3 Tage verkürzt! Etwas anders verhält es sich mit Tetanus. Hier werden beim Pferd spätestens alle 2 Jahre Auffrischungen empfohlen, was aber nach einer ordnungsgemäßen Grundimmunisierung auch sehr umstritten ist. In der Schweiz gibt es ein Produkt was 3 Jahre für die Tetanus-Komponente angibt, in Australien z.b. wird ein Produkt der Firma Pfitzer vertrieben, was eine 5-Jahres-Zulassung hat. Beim Mensch impft man alle 10 Jahre.... Macht der Erreger etwa Unterschiede in den Spezies? Oder ist der in jedem Land unterschiedlich aktiv? Alles Unsinn... die eigentliche Schutzdauer ist nur in wenigen Studien und da auch nur unvollständig geklärt!  Zwar ist Tetanus eine tödliche Krankheit und deshalb sollte man nicht damit spaßen, allerdings könnte man auch einfach alle paar Jahre den Impftiter (Erklärung folgt) bestimmen lassen und so unnötige Impfungen vermeiden! Die Nebenwirkungen einer Tetanusimpfung sind im Vergleich zu denen anderer Impfungen zwar eher milder, aber wenn man viele Nachimpfungen (Auffrischungen) macht, häufen sie sich doch! Es gibt gerne Knoten oder Abszesse an den Impfstellen, allergische Reaktionen, Schwellung und Schmerzen in der Impfregion und andres. Viele Tierärzte raten deshalb von einer Tetanus Impfung bei älteren Tieren (über 10 J) ab, denn es bringt meist keinen Nutzen mehr, da die vorherigen (vielen) Impfungen ausreichend Schutz bieten! Wenn man sich mal anschaut wie das Immunsystem funktioniert, dann kommt man evtl. selbst drauf, dass diese Auffrischungsimpfungen (die es übrigens in der Art und Häufigkeit nur bei den Tieren gibt) völlige Willkür sind! Die "Impfschutzdauer" in den Beipackzetteln wird nämlich oftmals einfach so verändert... gestern stand in einem Präparat noch 1 Jahr, heute sind es drei Jahre und meist ist es auch umgekehrt! Komplett vereinfacht und bildlich dargestellt, funktioniert das "System Impfungen" eigentlich so, wie die Verteidigung bzw. die Armee eines Landes. Wenn das Immunsystem auf den Impfstoff trifft, erkennt dieses die abgeschwächten oder abgetöteten Erreger, die darin enthalten sind, als Feind und bildet Antikörper dagegen (das ist die Armee). Dieser Prozess dauert ein paar Tage, wie auch die Ausbildung beim Militär. Diese Antikörper stehen dann parat und warten bis der Feind (der Erreger) noch einmal vorbei kommt, also bis das Tier Kontakt mit der entsprechenden Krankheit hat und zu erkranken droht. Da die Armee (die Antikörper) schon parat steht und nicht erst "einberufen" bzw. "ausgebildet"  werden muss, kann das Immunsystem sofort mit der Eliminierung des Erregers beginnen und die Krankheit bricht nicht aus. Wenn keine Antikörper bestehen, dann muss das Immunsystem erst welche herstellen (also die Armee praktisch ausbilden) und in dieser Zeit kann die Krankheit ausbrechen. Was machen aber jetzt diese Antikörper nach 2 oder 3 Jahren? Auswandern, in Rente gehen, Kündigen? ... Neee... die sind immer noch da und warten geduldig bis der Feind wieder vorbei kommt. Manchmal "schlafen" sie oder der ein oder andre "kündigt", aber die meisten bleiben....sind da. Das bedeutet, dass der Körper eigentlich durch eine Impfung genug Antikörper für lange Zeit bildet! Dieser Antikörperspiegel, also die Stärke der Armee, wird auch Titer genannt. Langzeitstudien aus USA und England, bei denen die Antikörper gemessen wurden, zeigen bestehende Antikörpertiter über mindestens 15 Jahre nach einer Grundimmunsierung bei Staupe, 10 Jahre bei Parvovirose und 7 Jahre bei Tollwut. Komplett ohne Nachimpfung!  Dr. Ronald Schulz, ein Veterinärimmun- ologe aus den USA impft seine eigenen Tiere seit Jahrzehnten nur einmal... seine Katzen genau wie die Hunde. Ich denk, der müsste es doch wissen ...oder? Wenn nicht er, wer dann??? 15 Jahre tut die Armee "Immunsystem" ihren Dienst... warum wird dann alle 3 Jahre oder im schlimmsten Fall jedes Jahr drauf geimpft? Evtl. hat die Armee Alzheimer? Vergisst sie was sie tun soll, was ihr Job ist?... neee.... es ist reine Willkür! Ich habe in meiner Praxiszeit schon einige Kollegen kennengelernt, deren Tiere maximal einmal geimpft waren und die einen ausreichenden Titer hatten. Aber selbst wenn kein Titer vorhanden ist, es kann trotzdem sein, dass ausreichend Schutz da ist. Es ist, wie wenn die Armee sich gut versteckt bis der Feind kommt und ihn, bei seinem Auftauchen, trotzdem ausreichend gut bekämpft! Eine Kollegin z.b. hat ihren Welpen mit 8 Wochen und einer einzigen Impfung (Staupe, Hepatitis, Parvovirose) vom Züchter bekommen. Sie hat ihn kein zweites mal Impfen lassen. Die Grundimmunisierung hat somit eigentlich nicht vollständig stattgefunden. Als das Tier ein Jahr alt war, hat sie nur aus Interesse die Impftiter bestimmen lassen. Alle drei Titer waren in ausreichender Höhe vorhanden. Natürlich ist der Vergleich mit einer Armee sehr bildlich und vereinfacht, aber so ist es  am einfachsten zu verstehen, warum Wiederholungsimpfungen nicht nötig und oft sogar schädlich sind. Schädlich deshalb, weil nicht nur die abgetöteten Erreger injiziert werden, sondern auch sogenannte Adjuvantien. Das sind Zusätze mit diversen Funktionen, die im Impfstoff sind.  Um was genau es sich hier handelt, lesen Sie im 2. Teil  der demnächst folgt! Bis dahin eine gute Zeit ... Ihre Petra Schwarz Quellen: - Mo Peichl- Haustiere Impfen mit Verstand     - Mo Peichl - Hunde impfen mit Verstand - Morley, Townsend, Efficacy of a commercial vaccine for preventing disease caused by influenza virus infection in horses, Journal of the American Veterinary Medical Association 215 (1999), S. 61-66 -Study of Dr. Ron Schultz .  In: L. E. Carmichael (ed.). Recent Advances in Canine Infectious Diseases, 2000  Eigene Erfahrungen, Ausbildungen und besuchte Seminare Bilder: Petra Schwarz