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Darmfloraaufbau - nur eine Modeerscheinung? Darmsanierung, Darmfloraaufbau, Darmbakterien.... alles Worte die gerade in aller Munde sind. Aber ist es wirklich Sinnvoll oder nur einfach "IN", den Darm in Ordnung zu halten? Die Frage nach der Sinnhaftigkeit kann man uneingeschränkt mit JA beantworten! Es ist sehr sinnvoll, denn eine nicht funktionierende Darmflora (Mikrobiom) ist sehr oft die Ursache diverser Probleme. Diese Beschwerden sind nicht immer sofort mit dem Darm in Verbindung zu bringen, sie können sehr vielfältig sein. Allerdings sollte man nicht pauschal beim Verdacht einer Störung irgend etwas an Pro- oder Symbiotika (Darmbakterien) geben, sondern die Behandlung muss auf das Problem abgetimmt werden. Wenn ich etwas zugebe, was evtl gar nicht nötig ist, dann kann ich auch schaden, denn auch eine Überbesiedlung von guten Darmkeimen kann problematisch sein. Der Darm ist ein Teil des Immunsystems des Körpers und ohne ihn geht gar nichts. Umso schlimmer, dass er oft so sehr vernachlässigt wird und vorhandene Beschwerden ganz oft nicht mit einer Darm- Fehlbesiedlung in Zusammenhang gebracht werden. Der Darm ist von jeder Menge "Bewohner" bevölkert, die im optimalen Fall nur ihren Job tun. Sie leben miteinander in Harmonie und keiner hat die Übermacht. Sie verdauen, verhindern daß sich Bösewichte ansiedeln, sorgen dafür, dass die Abwehrkraft des Körpers bestehen bleibt und sind an der Aufrechterhaltung vieler Prozesse im Körper beteiligt bzw. halten Dinge im Gleichgewicht. Sie haben so klangvolle Namen wie Enterococcus faecium,  Escherichia coli, Bifidobacterium lactis oder auch Lactobacillus casei. Leider sind einige dieser Bewohner aber sehr empfindlich und lassen sich durch äußere Einflüsse recht schnell zum Auszug bewegen. Das wiederum freut andere, weniger freundliche Bewohner, die sich nun ungehemmt vermehren können. Schon ist ein Ungleichgewicht entstanden und der Darm kann seinen Aufgaben nicht mehr gut nachkommen. Äußere Umstände, die die Darmflora sehr schädigen können sind z.B. Antibiotika, Wurmkuren und andre chemische Medikamente. Aber auch Parasiten wie z.B. Giardien und deren Behandlung. Auch so manche Krankheit oder mangelhafte Ernährung sorgen mitunter dafür, daß nicht mehr alles im Lot ist. Bei Tieren, die im Welpenalter nicht (lange) genug Muttermilch bekamen oder auch durch Kaiserschnitt zur Welt kamen, kann man hier oft von Geburt an Defizite sehen. Dieses Ungleichgewicht im Darm kann sich vielfältig äußern. Nicht immer geht es mit Durchfall, Blähungen oder wechselndem Kot einher. Es kann der "Output" auch völlig in Ordnung sein und das Tier zeigt z.b. diverse Allergien und Futterunverträglichkeiten oder kämpft ewig mit einem chronischen Bauchspeicheldrüsenproblemen. Auch Haut- oder Analdrüsenprobleme können von einer gestörten Darmflora kommen und Kotwasser beim Pferd sollte hier auch nicht unerwähnt bleiben.  Mitunter sind es aber auch einfach ständige Infekte oder eine Magenproblematik, die erst mal nicht auf ein Problem im Darm schliessen lassen. Aber wie geht eine "Darmsanierung" jetzt richtig, welches Präparat kann ich verwenden? Die Frage ist berechtigt und nicht so einfach zu beantworten wie man denkt. Zuerst mal kann man sagen, dass man pauschal gar nichts sagen kann ;-) . Zu Anfang sollte immer eine ausführliche Anamnese und Analyse der Darmflora stehen. Sie ist die Basis des Therapieplanes. In diesem Darmfloracheck werden sowohl die vorhandenen guten als auch die weniger gewünschten Bewohner bestimmt.  Auch die Funktion der Bauchspeicheldrüse oder ein Parasitencheck gehört mitunter zur Darmflorauntersuchung dazu. Wenn man jetzt die Untersuchung mit den vorhandenen Symptomen abgleicht, dann kann daraus ein guter Therapieplan entstehen. Je nachdem welche Bakterien fehlen oder zuviel sind werden die verschiedenen Präparate ausgewählt und gleichzeitig oder auch in einer bestimmten Abfolge gegeben. Diese werden dann, je nach schwere und Art des Befundes, meist über mindestens 3-6 Monate verabreicht. Die vorhandenen Beschwerden geben sich oft schon recht schnell, aber die Therapie muss auf alle Fälle länger fortgeführt werden. Wenn 4-5 Monate um sind, kann es Sinnvoll sein, den Darmflora-Status noch einmal zu überprüfen. Evtl ist das Bild mittlerweile ein ganz andres und man muss die Therapie anpassen oder man war erfolgreich und kann sie sogar beenden. Auch wenn der Nachweis von Parasiten oder Einzellern (Giardien, Kokzidien...) positiv ausfällt, muss man nicht zwingend gleich mit der Chemiekeule kommen. Es gibt viele Möglichkeiten diese unangenehmen " Zeitgenossen" mit Kräutern oder anderen natürlichen Dingen zum Auszug zu bewegen. In den meisten Fällen sogar recht schnell und dauerhaft. Natürlich ist es immer möglich, daß man an einer chemischen  Entwurmung nicht vorbei kommt, aber man kann es meist erst einmal schonender probieren. Falls ein Tier dann doch einmal eine chemische Wurmkur oder ein Antibiotikum (Kurzzeit) bekommen hat, sollte man auf keinen Fall einfach auf Verdacht ein Präparat mit Darmbakterien geben. Es ist nicht zwingend nach jeder kurzen Antibiose oder Wurmkur der Darm geschädigt, mitunter stecken es die Bakterien, beim sonst gesunden Tier, auch recht gut weg und erholen sich wieder. Da eine Darmsanierung in den meisten Fällen über die Verdrängung der ungewollten Bakterien funktioniert, kann man sich vorstellen, dass man nicht nur schädliche sondern auch gute Bewohner verdrängen kann. Auch eine Überbesiedlung mit guten Keimen kann Probleme machen. Deshalb ist es immer ratsam zuerst zu schauen, ob was "kaputt" ist, bevor man es repariert. Man nimmt ja auch keine Kopfschmerztablette, wenn man kein Kopfweh hat ;-) Bei folgenden Beschwerdebildern, die meist auch über einen längeren Zeitraum bestehen,  kann eine Überprüfung und Sanierung der Darmflora - heute auch Mikrobiom genannt - hilfreich sein: weicher Kot wechselhafter Kot schleimbedeckter oder blutiger Kot unverdautes Futter im Kot wiederkehrender Parasitenbefall unklares, wiederkehrendes Erbrechen bei gutem Allgemeinbefinden "Sodbrennen" Magenbeschwerden generell Hautprobleme wiederkehrende Ohrenentzündungen Allergien Bauchspeicheldrüsenprobleme und einiges mehr... Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, oder ihr Tier Beschwerden hat, die bisher jeder Therapie widerstanden haben, dann sprechen Sie mich einfach an. Evtl bringt eine nähere Betrachtung des Darms die Lösung ihres Problems. Sie können mir gerne eine Mail schreiben und Ihr Problem schildern. Bilder : Bild Darmflora © panthermedia.net / AnatomyInsider Bild  E.coli © panthermedia.net / GunnarAssmy
geralt/ Pixabay - e.coli (c) panthermedia.net / GunnarAssmy
Darmflora - panthermedia.net / AnatomyInsider