copyright  Tierheilpraxis Petra Schwarz 2018
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BARFen ist nur Hunde (Katzen) füttern… ... aber manchmal ist es leider nur "gut gemeint" aber nicht "gut gemacht"! Sehr schade, denn mit dieser Fütterungsart kann man sehr viel zur Gesunderhaltung unserer Fellnasen beitragen, aber leider auch das Gegenteil erreichen.     Ich habe in meiner Praxis täglich mit Tierbesitzern zu tun die BARFen oder zumindest meinen es zu tun. Meist sind es kranke Tiere, die ich behandeln soll. Auf die Frage "Was füttern Sie?" kommt dann die Antwort "Wir BARFen" oder "wir kochen" oder auch mal "wir füttern Fleisch". Diese Aussagen hinterfrage ich immer noch sehr detailliert und bekomme oft die abenteuerlichsten Antworten! Hier ein Eindruck von einer solchen Unterhaltung : Ich: " Was füttern sie genau? Wie machen Sie das mit dem BARF?" Kunde: "ich füttere rohes Fleisch und Knochen" Ich: "und was noch?" Kunde: "Gemüse" Ich: Wieviel davon und wie geben Sie das? Kunde: "Hugo mag so gern Karotten knabbern, da gebe ich abundzu eine rohe." Ich: Und was noch? Innereien?" Kunde: Ja, Pansen und Lunge, Leber mag er nicht, da hat er auch einmal Durchfall von bekommen" Ich: "und Knochen?" Kunde: "da bekommt er vom Metzger immer mal eine Beinscheibe oder so nen grossen Rinderknochen wegen dem Zahnstein" Ich: "geben Sie auch Öle"? Kunde: eher selten, das verträgt er nicht so. Ich habe sehr gutes Bio-Distel und Rapsöl" So oder so ähnlich laufen viele dieser Gespräche ab. Nur leider ist das KEIN BARF...das was hier mit bestem Wissen und Gewissen gefüttert wird ist auf Dauer schädlich und völlig ungesund. Eine Andere Version ist "wir kochen" Ich: "was genau kochen Sie denn? Kunde: "Fleisch und Karotten, meist Hühnchenbrust" Ich " und was noch"? Kunde: "nichts! Was soll ich noch geben? Reicht das so nicht?" Ich: keine Öle oder Innereien"? Kunde: "abundzu mal ein bisschen Kokosfett und Hühnerherzen mag er auch" Ich: " und wie lange machen Sie das schon so?" Kunde: "Seit über einem Jahr. Wir wollten von dem ungesunden Trockenfutter weg" Hier war das Ergebnis eine saftige Bauchspeicheldrüsen- und Darmentzündung, die möglicherweise ihre Ursache in der Unterversorgung mit Vitaminen und gesunden Omega-3-Fettsäuren hatte. Was auch sehr oft vorkommt, ist die "Version": "ich BARFe, ich habe mich im BARF-Shop beraten lassen und auch kostenlos einen Plan dazu bekommen, denn mir allein war das zu kompliziert!" Das ist doch jetzt mal was genaues, kann man jetzt denken! Leider ist das aber in sehr vielen Fällen nicht so! Natürlich gibt es jede Menge toller BARF-Shops mit Besitzern die wirklich viel Ahnung haben und oft sogar ausgebildete BARF-Berater sind. Aber leider gibt es auch jede Menge, die sich besser aus der Planerstellung und Beratung heraus halten sollten! Ein solcher Plan beinhaltete z.B. mal nur mageres Geflügelfleisch, zu wenig Knochen, kaum hochwertige Innereien aber dafür einiges an Kehlköpfen und Lunge. Das Ergebnis war ein magerer Hund, der trotz einer großen Menge Futter nicht zugenommen hat. Zum Glück wurde dieser Plan nur ein paar Monate gefüttert, sonst hätte es wahrscheinlich noch mehr negative Auswirkungen gegeben. Wenn man mit einer solchen Fütterung konfrontiert wird und das dann auch noch unter dem Namen BARF läuft, braucht man sich nicht wundern, daß viele Tierärzte grosse BARF-Gegner sind. In den meisten Fällen sehen die nämlich leider nur die, durch "Pseudo-BARF" krank gefütterten Tiere. Diejenigen, die durch richtiges BARFen gesünder wurden, brauchen den Arzt ja nicht oder zumindest seltener und werden somit leider oft nicht wahrgenommen. Genug negatives jetzt... Schauen wir uns doch einmal an, wie es richtig geht! BARF kommt aus dem englischen. Dr. Ian Billinghurst hat in den 70ern schon seine Hunde roh gefüttert und nannte es "Bones and raw food".  Das beschreibt er in dem Buch "Give your dog a bone". Seine Art zu füttern ist zwar recht unterschiedlich zu dem heutigen BARF aber es ist auf alle Fälle roh und frisch! Die Bezeichnung "Bones and raw food" wurde später eingedeutscht und "biologisch artgerecht rohes Futter" genannt. Swanie Simon hat diese Art zu füttern in Deutschland vor vielen Jahren schon populär gemacht. Artgerecht...roh... damit hat man das meiste schon gesagt! Theoretisch könnte man einfach komplette Tiere inkl. Fell, Federn und Darminhalt füttern und hätte dann alle Nährstoffe die das Tier braucht abgedeckt. Das wäre total einfach, aber das ist eine Methode, die den meisten Hunde- und Katzenbesitzern widerstrebt, so viel "Tier" soll es dann oft doch nicht sein. Und die Beschaffung von kompletten Futtertieren ist außerdem auch nicht ganz so einfach. Also müssen wir dieses Beutetier nachbauen...und genau das macht BARF! Aber wie genau geht das jetzt? Welche Bestandteile brauchen wir und warum? Zuerst mal brauchen wir Fleisch. Gutes Muskelfleisch! Keine Lunge, kein Euter oder Sehnen, sondern Fleisch!  Das kann vom Hühnerschenkel über Kopffleisch vom Rind oder Bauch vom Kaninchen alles sein. Es muss ja nicht gerade das Filet sein, BARFshops bieten da eine tolle Auswahl an gewoftem und stückigem. Es sollten auch einige verschiedene Tiere verfüttert werden, denn jede Sorte hat andere Vorzüge und Nährwerte. Am bliebtesten und auch am einfachsten zu besorgen sind Rind, Huhn, Pute, Lamm und Wild. Was man allerdings in jedem Fall beachten muss, ist ein brauchbarer Fettgehalt. Fleisch welches von uns Menschen nicht mehr gemocht wird, weil es zu Fett ist, ist für Hunde und Katzen gerade gut genug. Man braucht beim gesunden Hund einen Fettgehalt von ca. 20-25 % im Muskelfleisch. Da die anderen Bestandteile des Futters weniger fettig sind, ergibt das dann insgesamt einen Fettgehalt von 15- 20 % in der gesamten Ration. Bei der Katze sind 10-15 % in der Ration schon ok, es darf aber gerne auch mehr sein. Wenn das Tier einen solchen Fettanteil nicht gewohnt ist, sollte man das Fett, auch beim gesunden Tier, nur langsam steigern.  Eine zu schnelle, plötzliche Anpassung könnte nämlich Durchfall auslösen oder im schlimmsten Fall auch die Bauchspeicheldrüse überfordern und eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) auslösen. Bei langsamer Anpassung hingegen gibt in der Regel es kaum Probleme. Als zweiten wichtigen Bestandteil brauchen wir Knochen, vor allem um den Calciumbedarf zu decken. Aber keine Röhrenknochen oder Knorpel. Rohe fleischige Knochen (RFK) nennt man so, weil sie noch ca. 50 % Fleisch anhaften haben. Das können Karkassen von kleineren Tieren (Geflügel, Kaninchen) sein, Geflügelhälse, Lamm oder Ziegenrippen oder auch Kalbsbrustbein. Was NICHT gefüttert werden sollte, sind Röhrenknochen bzw tragende Knochen von grösseren Tieren (Lamm und Reh gehört auch schon dazu) und Markknochen. Durch den Versuch Röhrenknochen zu zerbeissen ist es schon bei vielen Hunden zu Zahnbruch (vor allem der hinteren Backenzähne) gekommen, da diese Knochen sehr hart sind aber trotzdem zerkaut werden. Markknochen sind ebenfalls zu hart und können sich zudem durch ihre Form leicht über den Unterkiefer stülpen. Auch Knorpel, wie z.B. Kehlkopf, ist nicht dazu geeignet den Calcium- Bedarf zu decken. Zur Zahnpflege ist, je nach Hundegröße, Kalbsbrustbein oder Lammrippe sehr gut geeignet und bei kleinen Hunden oder Katzen auch ganze Hühnerhälse. Auch Fleisch, was in einem großen Stück gefüttert wird, ist eine gute "Zahnbürste", denn das Kauen verhindert die Zahnsteinbildung. Der dritte wichtige Bestandteil einer BARF-Ration sollten die Innereien sein. Vor allem in der Leber stecken viele wertvolle Vitamine. Es handelt sich vor allem um Vitamin A und D, aber auch andere Vitamine und Spurenelemente sind in recht grosser Menge vorhanden. Niere enthält recht viele B-Vitamine, aber auch z.b. Selen. Die Milz versorgt den Körper unter anderem mit Eisen. Jetzt brauchen wir beim Hund noch pflanzliche Bestandteile, nämlich Obst und Gemüse. Hier geht man von einem Verhältnis von 1 Teil Obst und 3 Teilen Gemüse aus. Man kann fast jede Obst- und Gemüsesorte füttern. Nur Tomaten, grüne Paprika, Avokado, Auberginen, Hülsenfrüchte, Trauben sind ungeniessbar bzw. giftig für Hunde. Auch auf Kohlsorten verzichtet man besser. Beim Obst kann man sehr kreativ sein, allerdings wäre es gut, nicht allzuviel Banane zu füttern, denn da ist der Zuckergehalt sehr hoch. Der pflanzliche Anteil der Ration sorgt aber nicht für die Vitaminzufuhr, denn die kommen hauptsächlich aus den Innereien. Was von den Pflanzen genutzt wird, sind die sekundären Pflanzenstoffe, die sehr wichtig für den Organismus sind. Aus diesem Grund muss das rohe Obst und Gemüse auch püriert werden und damit die Zellwände geknackt werden, denn der Hundeorganismus kommt sonst an diese wertvollen Stoffe nicht heran. Bei Katzen verarbeitet man nur einen ganz geringen Anteil an pflanzlichem, der lediglich der Verdauung helfen soll. Durch die enthaltenen Ballaststoffe des Gemüses wird außerdem das fehlende Fell des Beutetieres ersetzt bzw. imitiert. Der nächste Baustein ist ein hochwertiges, tierisches Öl, was man vor allem zum Ausgleich der Omega-3 Fettsäuren nutzt. Da das Fleisch von Masttieren einen Omega-6-Fettsäuren Überschuss hat, ist es wichtig das auszugleichen. Hierzu verwendet man am besten Fisch- bzw. Lachsöl oder auch ein spezielles Omega 3-6-9 Öl mit Fischöl und Boretschöl. Von den meisten pflanzlichen Ölen sollte man Abstand nehmen, denn selbst wenn sie Omega-3 Fettsäuren enthalten, können diese vom Hund, aber vor allem von der Katze, nicht oder nur schlecht verstoffwechselt werden. Vor allem Katzen sind auf bestimmte Fettsäuren (EPA und DHA) angewiesen, die in dieser Form nur in tierischen Ölen vorkommen. Leinöl z.B. enthält eine Vorstufe dieser Fettsäuren, die nur der Hund umwandeln kann. Die Katze leider nicht! Leinöl oder Borretschöl gehören deshalb zu den Ausnahmen bei Hunden. Zusätzlich zu den genannten Bestandteilen braucht man jetzt noch ein Supplement zur Jodversorgung und schon ist das Puzzle fast perfekt. Was man beim BARF aber überhaupt nicht oder nur in speziellen Ausnahmen (kranke Tiere) braucht, sind diverse Pulverzusätze für Vitamine und Spurenelemente. Wenn die Ration gut zusammengestellt ist und das Tier alle Bestandteile zu sich nimmt (vor allem Knochen, Leber, Niere und Milz), dann ist eine bedarfsdeckende Versorgung auch ohne "Vitaminpülverchen" gegeben. Nahrungsergänzungen, wie z.B. Grünlippmuschel, Brennnesselsamen oder Hagebutte hingegen sind bei vielen Beschwerden sinnvoll und haben eher einen therapeutischen Hintergrund. Die genauen prozentualen Anteile eines jeden Bestandteils richten sich unter anderem nach dem Gesundheitszustand und dem Stoffwechsel des Tieres. Jedes Tier ist anders und so kann man hier nur grobe Richtlinien festlegen. Wenn Sie sich ganz sicher sein möchten, dann lassen Sie sich (vor allem als Anfänger) einfach einen Plan vom ausgebildeten BARF-Berater erstellen. In der Regel bekommen Sie nicht nur einen einfachen Plan mit der genauen Zusammensetzung (in Gramm) sondern auch noch jede Menge Informationen und eine ausführliche Beratung. So sind Sie sicher, dass ihr Tier von der artgerechtesten und gesündesten aller Fütterungsarten nicht doch krank wird! Schauen Sie sich einfach mal auf meiner Website um...Sie werden das passende Paket für Ihre Bedürfnisse finden. Falls nicht, schreiben Sie mich an, dann finden wir auch eine Lösung! Bilder: Petra Schwarz